Sterben in Berlin - WESTEND
Wenn aber vor der Zeit ich sterbe, sag ich, daß es
Sogar Gewinn ist. Wer, wie ich, viel lebt mit Übeln,
Bekommt doch wohl im Tod ein wenig Vorteil?
(Antigone)
Anna flog nach Berlin. Nicht auf der Liebe leichter Schwingen, sondern in geheimnisvoller Mission. So geheimnisvoll im Übrigen, dass sie selbst bis heute nicht weiss, in welcher. Gut aber war, dass dort Schnee fiel und die heimatliche Kälte, die reell weh tut, aber nur selten krank macht. Dort, wo es draussen kalt sein mag, drinnen herrscht wohlige Wärme. Zu wohlig vielleicht. Aber das ist ein anderes Thema.
Anna sah genau hin und was sie sah, liess lachend schaudern. Dass das kein Paradoxon (mit Akzent auf dem zweiten A bitte :)) ist, sei hier daguerrotypisch bewiesen.
Und weil das keine Seltenheit in diesem ganz speziellen Breitengrad ist, gleich dreimal bitte und nur für Annas Fans.
Sterben in Westend hat Konjunktur. Sagt sich Anna. Und geht - immer noch in geheimer Mission - auch auf einen Friedhof. Dort rutscht sie aus auf dem vereisten Boden Heimat. Denkt an Westend und sagt sich, steh wieder auf, der Weg ist weit.